Südkurier, 20. August 2003
Ansprechendes Debüt-Konzert
Der Australier Paul Fogarty
Von Thomas Zoch
Eine ansprechende Solodarbietung lieferte der Singer-/Songwriter Paul Fogarty bei seinem Konstanzer Debüt-Konzert im "Turm". Der Auftritt war sogar fast eine Europa-Premiere. Der Australier, der in seiner Heimat in den letzten drei Jahren als Profimusiker arbeitete, lebt erst seit drei Monaten in Deutschland und gab dabei bisher nur einige wenige Gigs im Raum Stuttgart.
Das er der Liebe wegen nach Deutschland gekommen ist, konnte man dem Konzert mitunter geradezu anhören. Etliche gefühlvoll vorgetragene Balladen standen auf dem Programm, allen voran das seiner deutschen Frau gewidmete hübsche "Everloving Arms". Aber auch einige Coversongs wie "Sunny" oder Neil Youngs "Hey Hey My My" interpretierte Fogarty geradezu zärtlich. Dabei gehörten Coversongs eigentlich gar nicht mehr unbedingt zum Repertoire des sympathischen Australiers. Seit einem Jahr schon habe er keine mehr gespielt, verriet er in einer Pause des dreistündigen Konzerts. Aber er sei sich nicht sicher gewesen, was hier am besten ankomme. Die Besucher, die aufmerksam zuhörten, dürften sowohl die Covers wie auch Fogartys eigene Songs goutiert haben.
Bei der Interpretation bekannter Stücke gab der 41-Jährige einige interessante Versionen zum Besten. So wurde aus Janis Joplins A-cappella-Klassiker "Mercedes-Benz" ein flotter Rock & Roll-Shuffle mit einem Zitat aus "That"s Alright Mama" zwischendrin. Bei Paul Simons "Feelin" Groovy", bei dem der Australier seine feine Stimme auch mal kratzbürstig klingen ließ, streute er ein paar "Bee Gees"-Zeilen und eine Dylan-Parodie ein, ehe er den Song im Refrain von "American Pie" enden ließ. Und beim Rock-Klassiker "All Along the Watchtower" ergänzte er das Endlos-Gitarrenriff durch einen Flamenco-Akkord. Dabei brauchte sich Fogarty mit seinem eigenen Material nicht vor den großen Stars zu verstecken. Stücke wie das mitreißende "Jesus Knows", das schöne "Stagefright" (der Titelsong seiner zweiten CD) oder das bittermelancholische "Small Town Ways" sorgten für kleine Höhepunkte im Konzert.
